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Moin Rodion,
Glückwunsch, daß das Gebastel irgendwie funktioniert, soviel, wie da nicht eingemessen / eingestellt wurde liegt die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Funktion nahe Null. Normalerweise gehört die nach sorgfältiger Reparatur und Reinigung auf nen Prüfstand um eine einwandfreie Funktion sicherzustellen.
1.) Wenn der Verteilerkörper durch einen anderen getauscht werden soll muß dieser neu eingemessen werden, er unterliegt ja auch Fertigungstoleranzen genau so wie die restlichen Innereien der Pumpe. Ist er zu weit in der Pumpe drin, wird unter anderem der Förderdruck nicht mehr erreicht, ist er zu weit im Verteilerkörper, stößt er an und die Pumpe nimmt Schaden, das kann bis zum völligen Blockieren der Pumpe gehen, mit entsprechenden Folgen für den Antrieb derselben.
2.) Ist wirklich nur der Mitnehmerstift der Hubscheibe abgerissen? Wie sieht's mit dem Hebelverband aus? Verzogen? Der muß Spielfrei in die passende Aufnahme am Regelschieber passen, der Regelschieber als mengendosierendes Element muß sich möglichst Toleranzfrei bewegen, sonst ist kein sauberer Motorlauf gewährleistet. Außerdem muß er in exakter Position zur Regelhülse stehen, sonst ist keine saubere Leerlaufregelung gegeben. Welche Schäden liegen sonst noch in der ESP vor, die zur Zeit noch nicht repariert sind?
3.) Wie sieht's mit Spänen in der Pumpe aus? So nen Gewaltbruch geht nie Splitterfrei ab, wo sind die jetzt? Wenn sie ne Möglichkeit hatten in der Pumpe zu verbleiben dürften die da ziemlich schnell Unheil anrichten was direkt wieder zum Totalausfall der Pumpe führen kann. Die Größenordnung der Laufspiele ist dir bekannt?
Prinzipiell ist der Aufbau aller Axialkolben-Verteilereinspritzpumpen von Bosch und der einiger anderer Hersteller gleich, mir ist kein Verteilerkörper bekannt, bei dem die Steuerkante des Verteilerkolbens in richtung Antriebswelle zeigen muß, wäre hydraulisch auch unlogisch. Lediglich die Ansteuerung des Regelschiebers erfolgt bei der VP37 zum Beispiel elektronisch, was eine VP4 oder auch eine VP20 noch mechanisch macht. Die Druckerzeugung und -verteilung sind (nahezu) identisch.
Ich hab auch mal aus zwei identischen gebrauchten Pumpen ohne sie groß auszumessen eine gemacht als Heimbringer, war übrigens auch nen Verteilerkolbenfresser wegen zu kaltem Pöl zu hoch gedreht, nach 200 km Heimfahrt mußte ich diese aber wieder rausreißen und durch eine andere, diesmal sauber aufgebaute Pumpe ersetzen, ein Fahren war mit dem Gebastel nicht mehr möglich. Ich konnte noch nicht einmal Teile des Gebastel wiederverwenden, die Folgeschäden durch die Heimfahrt hat auch die zum Crashzeitpunkt noch guten Teile zerstört.
Falls weitere Fragen sind, die beantworte ich gerne, komme aber selten dazu ins Internet zu schauen, von daher wäre es per mail sicherer, da der entsprechende Thread dafür zu schnell ins Archiv entschwindet. Eine Zusammenfassung kann ich dann gerne hier oder in einem anderen Thread posten.
Rußige Grüße
Peter