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Hi zusammen
im Urlaub hab ich den Benzin-Sauger meiner Mutter gefahren, der mir anhand von Leistung und Gewicht ein Stück zu schlapp vorkam.
Mangels PC und DZR hab ich zur Prüfung mal materialschonend die ungefähre Zeit für den 0 bis 100 Sprint ermittelt.
Zuerst die Tachoanzeige bei den Schaltpunkten (im 1. und 2 Gang 6000 rpm, Beginn des roten Bereiches) ermittelt
Dann die Zeit im 1. Gang unter Vollgas vom Rollen im Leerlauf bis 6000 rpm gestoppt.
Dann die Zeit im 2. Gang unter Vollgas vom Schaltpunkt 1 / 2 bis 6000 rpm gestoppt.
Dann die Zeit im 2. Gang unter Vollgas vom Schaltpunkt 2 / 3 bis tatsächliche 100 km/h gestoppt.
Dieser Check umfaßt natürlich keine Schaltpausen, und der vermutlich etwas zeitsparende Brachialstart (Motor leer hochdrehen und brutal einkuppeln) fehlt. Dafür wird bei ca. 5 statt 0 km/h gestartet. Dennoch sollte die Addition der 3 Zeiten in etwa mit dem Katalogwert vergleichbar sein.
Die Zeiten des Benziners ergaben 13,2 Sekunden. Ausgehend vom Katalogwert sollten gewichtskorrigiert (Zusatzausstattung) aber etwa 11,2 sec. möglich sein.
Zur Prüfung der Aussagekraft dieser Testmethode hab ich auch unseren ALH-Ibiza auf der gleichen Strecke gestoppt (Schaltpunkte 4500 rpm). Ergebnis: 10,1 sec, Katalog = 12,1 sec.
Die Tendenz ist unübersehbar: Benziner ca. 18% schlechter als angegeben, TDI ca. 16% besser.
Ein anschließender Prüfstandslauf des Benziners ergab eine tatsächliche Leistung von 80 kW. Umgerechnet auf Normbedingungen (1013 mbar, 20°C) hat der Benziner 88 statt der 95 kW laut Zulassung.
Reale 80 statt 95 kW entsprechen ziemlich genau dem Verhältnis der 0 bis 100 Zeiten laut gewichtskorrigiertem Katalogwert und meinem Test. Der Ibiza war nicht auf dem Prüfstand.
Der Prüfstandsfahrer (Fa. RMS Tuning oder so ähnlich in Kössen / Tirol) meinte übrigens, daß die meisten serienmäßigen Saugmotoren um etwa 5 bis 10% schwächer sind als angegeben.
Im Prüfstandsprotokoll fiel mir vor allem der gegenüber der Norm (1013 mbar) deutlich niedrigere Luftdruck auf: 940 mbar, wobei jedes mbar weniger etwa 1 Promille Leistung kostet.
Mal wieder die Binsenweisheit: im Hochgebirge sind die Motoren schwächer.
Das gilt auch für aufgeladene Motoren, deren Ladedruckregelreferenz der Außendruck ist (z.B. Wastegatelader mit der üblichen Membrandose ohne elektronische Korrektur).
Abgesehen von Hoch- und Tiefdruckgebieten geht alle 8 Höhenmeter 1 mbar verloren.
Steht also ein Prüfstand z.B. auf 800 Meter Höhe, so wird bei einer korrekten Messung die höhenbedingte Schlappheit quasi auf Meereshöhe zurückgerechnet, d.h. der Motor bekommt per normierter Leistung auf dem Papier die höhenbedingt fehlenden rund 10% zurück.
TDIs regeln aber ihren Ladedruck als absolute Größe und haben daher bis in mittlere Höhenlagen immer die volle Zylinderfüllung und somit die volle Leistung (darüber wird anhand eines Atmosphärendruckgebers der Ladedruck und somit die Leistung ebenfalls reduziert, um ein Überdrehen des Laders zu vermeiden).
Wird also ein TDI auf besagten 800 m Höhe auf einen Prüfstand gefahren (wo noch der volle Ladedruck eingeregelt wird), so bekommt er im Rahmen der automatisierten Leistungsberechnung des Prüfstandes ebenfalls den 10%igen Höhenbonus gutgeschrieben, obwohl er ihn gar nicht bräuchte.
Ich bin ziemlich sicher, daß zumindest ein Teil der überrreichlichen TDI-PSse laut Prüfstandsangaben auf diese Zusammenhänge zurückzuführen sind, wobei natürlich der Rechenfehler mit steigender Höhe immer größer wird.
Was andererseits den DZR nicht widerlegt, denn darin wird der Luftdruck nur zur Korrektur des Luftwiderstandes, aber nicht der Leistung genommen.
Im Gegenteil scheint mir die laut DZR meist vorhandene TDI-Mehrleistung durch den gesplitteten 5 bis 100 Test zumindest bei unserem Ibiza grundsätzlich bestätigt zu sein.