Hallo zusammen,
ich stehe bei meinem Kia Rio IV 1.4 CRDi (Bj. 2017, Motor D4FC, Wastegate-Turbolader) vor einem hartnäckigen Problem mit extremem Rußaufbau und hoffe auf eure Erfahrungswerte.
Das Problem
Die vom Steuergerät berechnete DPF-Rußmasse klettert in Rekordzeit nach oben (z. B. ein Zuwachs von knapp 2 g auf ca. 13 g innerhalb von nur 25–30 Minuten Fahrtzeit). Dadurch leitet das Fahrzeug in extrem kurzen Abständen DPF-Regenerationen ein.
Messwerte & Log-Daten (ausgelesen über OBD / Car Scanner)
* Konstante Teillast (120–130 km/h): Der Motor läuft unauffällig. Ladedruck liegt stabil bei ca. 1,8 bar (absolut), die Luftmasse bei ~40 g/s und Lambda im gesunden Sauerstoffüberschuss bei Lambda 1.3/1.4
* Beschleunigung / Lastwechsel: Beim Tritt aufs Gaspedal baut der Turbolader zügig Druck auf. Der MAP-Sensor zeigt Spitzenwerte von 2,4 bis 2,5 bar (absolut) und der LMM steigt parallel auf über 80 g/s. Der Lader bringt also volle Leistung.
* Das Kernproblem (Dynamisches Lambda-Loch): In den ersten 1–2 Sekunden der Beschleunigung bricht der Lambda-Wert schlagartig auf Lambda 1 ein. Genau in diesen kurzen Peak-Momenten springt die Rußmasse im Log stufenweise steil nach oben. Erst wenn der volle Ladedruck ansteht, steigt Lambda wieder an.
* Einfluss des AGR-Ventils: Mit abgezogenem AGR-Stecker läuft der Wagen spürbar besser und der schlagartige Rußzuwachs bei Lastwechseln verringert sich deutlich.
Bisher getauschte / geprüfte Komponenten
* DPF: Erneuert
* AGT Sensoren: neu
* Lambdasonden: neu (angelernt)
* Luftmassenmesser (LMM): Erneuert
* AGR-Ventil: Erneuert (Adaptionswerte zurückgesetzt)
* Ladeluftstrecke (Druckseite): Schlauch zw. turbo und LL Rohr Erneuert, abgedrückt (1bar) und nachweislich 100 % dicht
* KGE (Kurbelgehäuseentlüftung): Zu Testzwecken aus dem Ansaugtrakt entfernt
* MAP-Sensor: Sauber, misst plausibel bis 2,5 bar abs.
* Ansaugbrücke: Eingang/Mischgehäuse gereinigt
Aktueller Stand & Fragen
Da Turbolader, Ladeluftstrecke und Sensoren einwandfreie Maximalwerte liefern, liegt die Vermutung nahe, dass das Problem in der Frischluftströmung oder Gemischaufbereitung während der Umschaltphase liegt:
* Verkokung der Einlasskanäle: Kann eine Verkokung tief in der Ansaugbrücke bzw. direkt an den Zylinderkopfeinlässen dazu führen, dass der MAP-Sensor am Eingang zwar vollen Druck misst, die reale Luftmasse durch die Verengung aber zu langsam in den Brennraum nachströmt?
* AGR-Ansteuerung / Regelverzögerung: Habt ihr bei diesem Motor bereits Erfahrungen mit trägem Schließverhalten des AGR-Ventils oder fehlerhaften Einspritz-Adaptionswerten nach einem ECU-Reset gemacht?
Hatte jemand schon einmal ein vergleichbares Phänomen mit einem kurzzeitigen Lambda-Absturz auf 1,0 unter Last trotz vollem Ladedruck? Ich kann die Injektorenwerte nicht auslesen, hatte beim Reinigen des MAP locker 2cm Schmodder auf diesem, Mischrohr und Drosselklappe waren auch sehr versifft.
Vielen Dank für jeden Tipp! |