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Tja, es klingt unlogisch und verrückt, aber mir ist es erst neulich, als wir fast sommerliche Temperaturen hatten, wieder sehr deutlich aufgefallen:
Mein AGR-Motor zieht bei kalter Maschine zweifelsfrei besser aus dem Drehzahlkeller als warm.
Obwohl eigntlich die Theorie dagegen spricht, hat der Motor mehr Bums ab Leerlaufdrehzahl.
Vielleicht neigen ja die Wastegateklappen der etwas betagten Lader bei Betriebstemperatur ein wenig zum Klemmen im Bereich der Endlage, so dass sie nicht mehr 100%ig schließen. Das führte dann zu einem langsameren Druckaufbau und somit zu einer Durchzugsschwäche im unteren Drehzahlkeller.
Ist nur so eine Vermutung.
Der Erklärungsansatz von ronny252 klingt auch nicht schlecht. Womöglich hängt es wirklich mit der Vorverlegung des Einspritzzeitpunktes bei kaltem Motor zusammen, da ja der größere Zündverzug durch die EDC kompensiert wird. Allerdings ist es in der Tat so, dass die eigentliche Verbrennung dann schneller abläuft, was sich akustisch auch sehr schön durch das Kaltlaufnageln bemerkbar macht.
Damit könnte sich ein besseres Ansprechverhalten des Motors ergeben, welches bei warmer Maschine entfällt. Allerdings steigen die Spitzendrücke dadurch bei kalter Maschine auch ziemlich an, weshalb man es auch tunlichst vermeiden sollte einen kalten TDI zu treten.
Von der Turboladerseite her fällt mir kein Erklärungsansatz ein, weil für eine Steigerung der Enthalpiedifferenz eigentlich eine höhere Abgastemperatur von Vorteil ist.
Auch hemmt kaltes Motoröl durch die höhere viskose Reibung eher den Hochlauf des Laders als warmes Öl.
Es bleibt also ein Phänomen, das sich nicht so leicht erklären lässt, oder doch?
Gruß
Alex
AUDI A3 1.9 TDI, EZ 12/96, ursprüglich MKB AGR, umgebaut zum AHF mit GT1749V-Lader, verkauft mit 250tkm
Golf 4 1.9 TDI, EZ 1/98, MKB ALH, jetzt auch mit GT1749V-Lader, verkauft mit 300tkm
Touran 1.9 TDI, EZ 09/2004
Audi A4 Avant 2.0 TDI, EZ 03/2010