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Hallo zusammen
Möglicherweise gerät „nur“ das Mengenstellwerk konstruktionsbedingt in Resonanz. Das könnte die relativ große Zahl betroffener Motoren erklären, ohne dass sonstige Fehler auftreten.
In der Pumpe haben wir ja ein grundsätzlich schwingfähiges System: träge Massen in Form beweglicher Teile des Mengenstellwerks und Rückstellfedern.
Im Betrieb werden die trägen Massen in einem Gleichgewichtszustand aus Stellkraft des Elektromagneten und Rückstellfedern gehalten.
Greifen nun Motorvibrationen an exzentrischen beweglichen Massen des Mengenstellwerks an (Regelschieber, Messkurzschlussring usw.), so kann das System bei passenden Anregungsfrequenzen = Drehzahlen in Drehschwingungen geraten, die den Regelschieber um die Soll-Lage = Einspritzmenge herum auslenken.
Dabei würde die Einspritzmenge in so schneller Folge gesenkt und erhöht, dass keine Schwankung der Motordrehzahl wahrnehmbar ist - von der Wirkung her vergleichbar mit einer wildgewordenen Laufruheregelung.
Als Folge erhält die EDC ständig vom Sollwert abweichende RWG-Signale und steuert das Mengenstellwerk mit entsprechenden Korrektursignalen an.
Da aber Korrekturen immer später erfolgen als der eigentliche Fehler, können die Schwingungen (bei passender Frequenz und Reaktionszeit) durch die Korrekturversuche noch verstärkt anstatt gedämpft werden.
Möglicherweise wird der Effekt durch genau passende Ansteuer-Taktfrequenzen des Stellwerks nochmals verstärkt.
Im Gesamtergebnis scheint jedenfalls die maximale Anhebung der Einspritzmenge sogar über die Rußgrenze hinauszugehen.
Begünstigt würde das Entstehen der Drehschwingungen sicherlich durch Axialspiel der Stellwerkwelle, etwa als Verschleißerscheinungen bei hoher Laufleistung.
Ich vermute, dass bei den betroffenen Motoren solche Resonanz-GAUs auftreten, die zum Glück offenbar auf schmale Drehzahlbänder und „unübliche“ Betriebszustände beschränkt sind.
Evtl. ließen sich während der Schwingungen per VAGCOM auch entsprechende Schwankungen der RWG-Spannung auslesen. Da allerdings die Übertragungsfrequenz deutlich geringer ist als die der vermutlichen Schwingungen, halte ich das für fraglich.
Als Abhilfe käme eine stärkere Bedämpfung des Systems in Betracht, etwa in Form einer senkrechten Dämpfungsfläche außen am Messkurzschlussring. Die würde bei jeder Bewegung des Mengenstellwerks den umgebenden Kraftstoff umrühren und so die Reibungsverluste erhöhen, was u.U. das Entstehen der mutmaßlichen Resonanzen verhindern könnte.
Eine konstruktiv sichere Ausführung dieser Idee scheint mir aber mit erheblichem Aufwand verbunden: wie will man sicherstellen, dass nicht irgendwann Teile durch Vibrationen abbrechen und das Stellwerk blockieren?
Mein Fazit: Nehmt es als nicht wirklich störende Macke hin, solange der Motor sonst normal läuft.