Hallo zusammen,
da zumindest Bertils Wagen offenbar nicht in die Kategorie „Ruckeln durch zu fette Pumpeneinstellung" fällt (was vermutlich zu Regelproblemen im Übergangsbereich vom Leerlauf in die untere Teillast führt), bleibt als Erklärung erstmal der schon länger bekannte Ansatz eines schwergängigen Stellwerks, der wohl gerne von Bosch-Werkstätten vorgebracht wird.
Daß feinfühlig ausgelegte Regelvorgänge wie im Stellwerk der VP 37 durch schwergängige Mechaniken unsauber und grobschlächtig werden, ist ja auch unmittelbar einsichtig.
Mich stört dabei allerdings, daß solche Ruckelprobs eigentlich schon beim Neufahrzeug auftreten müßten, aber zumindest mir keine derartigen Fälle bekannt sind.
Denn wodurch sollte eine ständig in einer schmierenden Flüssigkeit laufende Mechanik erst im Laufe der Zeit schwergängig werden, wenn man mal von Korrosion und Ablagerungen in den Lagern (IMO eher unwahrscheinlich, außer bei miesem Biodiesel) absieht?
Eher nachvollziehbar erschiene mir ein verschleißbedingtes Spiel der Stellwerkwelle, denn Schmierung schützt bekanntlich nicht völlig vor Abrieb.
Im Betrieb verursacht die getaktete Ansteuerspannung ständig kleinste Bewegungen des Stellwerks. Wenn diese Minimal-Zitterei auf erhöhtes Lagerspiel trifft und die ganze Pumpe ohnehin ständig von Motorvibrationen durchgeschüttelt wird, können IMO durchaus erhebliche Regelfehler entstehen.
Angenommen, das obere Ende der Welle mit dem RWG-Kurzschlußring wackelt hin und her, während der Regelschieber zunächst (fast) stillsteht. Das wacklige RWG-Signal veranlaßt den Motorcomputer zu entsprechend kräftigen (eigentlich unnötigen!) Korrekturimpulsen an das Stellwerk, wodurch sich die Regelung im Rahmen des vollen Lagerspiels aufschaukeln und nun auch der Regelschieber deutlich hin und her bewegt werden kann: Spürbares Ruckeln entsteht, das sich natürlich durch keine Verschiebung des Stellwerks beheben läßt.
Eine evtl. Drehzahlabhängigkeit der Ruckelneigung könnte dadurch erklärt werden, daß die Unruhe im System aus der Überlagerung von Regelimpulsen und drehzahlabhängigen Vibrationen der kompletten Pumpe entsteht, die sich einmal verstärken und bei anderen Drehzahlen gegenseitig größtenteils aufheben.
Wenn diese Theorie stimmt, wäre die VP 37 leider ein Verschleißteil, das im Laufe der steigenden km-Leistung früher oder später zu Ruckeln führt.
Diagnoseversuche via 1551 oder VAGCOM dürften ins Leere gehen, weil am ehesten noch die zitternde = bereits aufgeschaukelte RWG-Spannung dokumentiert werden kann, aber wohl kein sicherer Rückschluß auf die eigentliche Ursache möglich sein wird . . .
In beiden Fällen (Schwergängigkeit und Lagerspiel) dürfte aber das Öffnen des Pumpendeckels Klarheit bringen.
Dabei könnte meine noch junge Pumpe (34.000 km), die bei richtiger Justage keinerlei Ruckelprobs macht, als Anhalt für DIY-Prüfungen dienen:
Der Meß-Kurzschlußring läßt sich von Hand gegen eine Federkraft sehr feinfühlig und ohne erkennbare Reibung bewegen, nur im Bereich kurz vor dem Maximalanschlag (in dem die Pumpe ohnehin nicht betrieben wird) wird die Bewegung minimal „teigiger".
Die Welle hat kein fühlbares Kippspiel. Ihr geschätztes Axialspiel von 0,3 mm ist offenbar unkritisch, solange der Meßring nirgendwo an den Magnetblechen schleift, die er umschließt.
Diskussionen über diesen Erklärungsversuch sind ausdrücklich erwünscht!
@
Bertil
: kannst Du mal Deine Pumpe (vielleicht auch die geliehene) wie beschrieben überprüfen und das Ergebnis posten? Wenn Dein Stellwerk schwergängig sein sollte, könnte evtl. eine Dose Dieselreiniger helfen . . .