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3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde

 
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Beitrag08-03-2020, 23:02    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo Dieselschrauber- Forum!

Ja, wo fange ich an…

Am besten wirklich am Anfang. Zu Weihachten 2016 kaufte ich mir einen 3BG Variant 1,8T als Ersatz für meinen Golf 2 GTD. 306tkm, Vialle Gasanlage (Flüssigeinspritzer), 1 Jahr TÜV, 2900€.
Auto fuhr gut, verbrauchte nach meinem Geschmack ein bisschen viel, sonst funktionierte alles. Beim Kauf habe ich schon die zerbrochene KGE- Entlüftung gesehen (das Rohr aus dem Block war zerbröselt)
Ich ließ zu Beginn alle Riemen, den Wasserkühler, alle Achslenker, Achslager der HA, Bremse rundum (vorne gleich auf 312mm umgerüstet), Filter und mehrmals in sehr kurzen Intervallen das Motoröl mit einer Spülung tauschen weil der 1,8T ja ein Problem mit Verschlammung der Ölwanne/Pumpe hat. Letzter Ölzettel war mit 5W30 und auch der Intervall war auf Longlife codiert. Nun Festintervall und 5W50 Mobil 1.
Ich fuhr also mit recht ruhigem Gewissen meinen ersten Tagen Urlaub im April 17 entgegen in denen ich die KGE erneuerte. Beide Ventile, das Rohr, etwas Schlauch, Schellen, ein Kühlmittelrohr (innen stark rostig), Ansaugkrümmerdichtung, Drosselklappendichtung. S3 Radschale für bessere LLK- Entlüftung gab‘ es ebenfalls wie den Entfall der Nebelscheinwerfer zur besseren Anströmung. Es bleibt zu bemerken das die völlig offene KGE sich nicht durch Schwächen im Motorlauf bemerkbar machte, was ich ganz erstaunlich fand.
Später (Sommer 17) gab‘ es mal noch einen neuen LMM (Pierburg) sowie ein neues N75 (VW) (Herbst 17) Langsam hatte der Wagen sogar mal Leistung! Vmax lt. GPS 214km/h – dauerte auch nicht so lang - ich hielt den Patienten für gesund.
Leider sprang er seit meiner KGE-OP nach längerer Standzeit stets sehr schlecht an. (3-5 Sek. Orgeln). Ich lebte damit, denn sonst konnte ich wirklich nicht Klagen. Alles OK. Sehr zuverlässig. Ab und zu ertappte ich mich wie ich dachte dass der kleine Vierzylinder wirklich sehr gut entkoppelt ist und sehr ruhig im Standgas läuft. An einer Wasserflasche auf dem Beifahrersitz konnte man sehen das der Motor läuft, Spüren konnte man fast nichts.
Ich fuhr mehrere Male über 80km am Stück 180km/h auf Autogas und dachte mir: „So hab‘ ich mir das vorgestellt!“ – Alles problemlos.

Sommer 2019 - Ich wurde genötigt eine Urlaubsreise zu unternehmen. Dänemark. Natürlich wollte ich unbedingt mit meinem Freund fahren! Doch ich traute der Ölwanne bzw. dessen Inhalt nicht. Also – Auto in die befreundete Werkstatt. Ölwanne säubern und die Lambdasonde vor Kat ersetzen. Für die Sonde entschied ich mich, weil ich annahm endlich zu dem Verbrauch zu kommen, den ich erwartet hätte von der neuen Zeit. Hat leider nix gebracht. icon_wink.gif
In der Wanne war Schlamm, aber nicht der Rede wert. Auf nach Dänemark! Oh Stop – ich hatte den Benzinfilter vergessen! Selbst noch getauscht. Aus dem Alten kam nur Mock. Ganz schlimm.
Aber dann - alles fehlerfrei verlaufen.
Die gesamte Reise nach Dänemark und auch die Rückreise fuhr ich auf Benzin, da ich bei Reparatur der KGE mal einen Blick auf die Einlassventile geworfen hatte und die recht vermockt waren dachte ich es wäre gut Sie mit einer langen Strecke auf Benzin wieder etwas frei zu waschen. Zumindest hatte ich die Hoffnung. Tanke ich Benzin dann ausschließlich Ultimate oder V-Power. Hat auch in Dänemark gut geklappt.
Nach diesen Etappen auf Benzin zeigte sich auch weshalb der Wagen nach längerer Standzeit so schlecht anspringt. Ist man eine ganze Weile auf Benzin gefahren, sind die Probleme weg. Absolut weg. Ich vermutete also dass ein Gasinjektor nicht ganz dicht hält und langsam Gas ausströmen lässt was den Wagen bei Kaltstart so fett macht das er erstmal etwas von der fetten Mischung ausstoßen muss eh der Laden läuft.

Übrigens zeigte sich bei der Fahrt auch das der Wagen auf Benin in den oberen Drehzahlbereichen wellenartig beschleunigt. Bekommt vermutlich nicht genug Benzin. Auf Gas ist alles gut. Pumpe vielleicht im Sack. War mir gleich, ich fahre eigentlich nicht auf Benzin. Bevor was durchbrennt, merkt das die Lambda. Ab dafür.

Zwei Wochen nach der Reise tauchte die MKL auf. Das erste Mal seit ich den Wagen in Besitz hatte. Fehler ausgelesen – P0130 Lambdasonde elektrischer Fehler im Stromkreis Bank 1 Sonde 1.
Ich hielt das für einen Fabrikationsfehler, zurück zur Werkstatt, Sonde getauscht. Pierburg raus, NGK rein. Alles gut. Werkstattmeister hielt das zwar für unwahrscheinlich aber… Naja, es half! icon_wink.gif

Inzwischen stellte sich ein unruhiger Leerlauf ein, immer mal wieder, war er schlecht. Ich konnte das aber an nichts festmachen. Kein bestimmer Fahrzustand war der Sache vorausgegangen und es war auch nicht störend, nur halt nicht schön. Ich kannte es ja anders.
Ansaugbereich mit Bremsenreiniger abgesprüht, ESV, Ansaugkrümmer Richtung Kopf, Ladeluftschläuche, Ansaugschlauch so gut es geht, Drosselklappe… Kein Zucken! Thema vertagt.

TEV mal bespielt, abgezogen, abgesprüht, keine Änderung.
Zwischendruch HU/AU – Prüfer sagt: sehr gute Werte, toll eingestellte Anlage!

Im neuen Jahr 2020 wollte ich mal wieder etwas schneller auf der BAB fahren und merkte das der Wagen nicht so gut läuft. Beschleunigung war zäh. 180km/h waren nicht gerade leicht zu erreichen. Vertagt. War nur ne kurze Strecke, wollte halt mal Rasen. Wer weiß.

Seit Tausch der KGE lag auch ein neues SUV bei mir rum (VW). Ich tauschte es schlussendlich. Große Überrauschung beim Abziehen des SUV aus der Leitung die zum Ansaugschlauch geht – es kam eine Stange Wasser raus. Toll. So viel Kondenswasser? Komisch.
Aber – arbeitet auf jeden Fall besser. Das Geräusch bei pötzlichem Gasgwegnehmen war nicht mehr „wututututu“ sondern „psch“. Prima. Dann auch noch zwei Jahre mit defektem SUV rumgefahren.

Vor gut einem dann Monat ähnliches Spiel was die Raserei betrifft. Heimfahrt aus Leipzig, spät am Abend, Autobahn leer – Feuer. Wieder kaum Druck. Verdammt, Gas auch gleich leer, also Benzin her. Muss eh mal ausgetauscht werden. Vollgas nach Chemnitz, aber dabei auch nicht so zufrieden mit der Leistung. Tacho 200…. Naja. Das hätte ich vielleicht lassen sollen.
Quittung am nächsten Tag. Echt schlechter Leerlauf (rumpelte richtig, aber kein bzw. kaum Schwanken an der Nadel des DZM) und 1km nach Fahrtantritt MKL an – P0130 Lambdasonde elektrischer Fehler im Stromkreis.

Mist! Warum? Da ist was faul. Das muss ich herausfinden!

Durch die Vollgasorgie am Vorabend dachte ich allerdings die eigentlich neue Sonde zerglüht zu haben und kaufte eine Neue. Schnell gewechselt das Ding, Adaptionswerte gelöscht und weiter.
Leerlauf aber stets noch schlecht, nach sehr kurzer Zeit MKL an – P0130 … usw. Hmpf!
Nun stehe ich hier… Die Probleme multiplizieren sich und ich kann nicht unbedingt eine Abhängigkeit erkennen… Damit ich nicht immer auf die befreundete Werkstatt zurückgreifen muss (die auch noch 20km entfernt liegt) habe ich mir selbst VCDS gekauft.
Ich will den Fehler finden und Ihn reparieren!
Zusätzlich habe ich Zündaussetzer auf Zylinder 1.

Kompression auf allen Zylindern (warm) zwischen 9,5-10,5 bar Zylinder 1 aber am schlechtesten.
Tauschen der Spulen oder der Kerzen (unabhängig voneinander) lässt den Fehler nicht wandern.
Verkabelung optisch in Ordnung, habe die Kontakte aus dem Stecker zu Spule ausgepinnt, alles schön. Durchgemessen hab‘ ich aber noch nix. Masse am Ventildeckel ist erneuert.

Steuergerätebox im Wasserkasten ist staubtrocken, Stecker sehen super aus.
Drosselklappe angelernt – ADP i.O. und auch im MWB sind beide Potis schön gegenläufig, in Mittelstellung schaffe ich 50/50.
LMM abgezogen, keine Besserung. Werte im Stand voll OK (3,94g/s)
Massestern an Spritzwand gereinigt. Alles OK.
Ladedruck wird erreicht (entspricht dem Soll lt. MWB während der Fahrt)
Nockenwellenverstellung arbeitet lt. MWB + Syst. i.O. wird auch ausgegeben.
Beide Sonden arbeiten (111 und 110) und laufen auch nicht zu sehr voneinander weg. (MWB vergessen…)

Alle Werte die ich angesehen habe, waren OK (MWB 31-37). Nur die Gemischadaption war stets 0,0%. Es heißt die wird nicht gesetzt wenn Fehler vorhanden sind.

Readinesscode wird nicht erzeugt, als Fehler steht immer die Sekundärluftanlage drin. Jetzt kommt’s! Ich habe die Sekundärluftanlage noch NIE gehört seit ich das Auto habe! Aber seit ich den letzten Fehler habe springt Sie immer mal im Kaltlauf an. Oft nach einer Fahrt, wenn noch etwas Restwärme überall ist, aber der Motor trotzdem lt. Anzeige kalt. Man hört durch die Pusterei aber auch schon die Zündaussetzer im Auspuff. Schrecklich.

Ich weiß leider nicht genau wo ich anfangen soll, prinzipiell habe ich meine Autos gern sehr in Ordnung doch ich möchte jetzt ungern bei den „alten Sachen“ anfangen und Spritpumpe und Gasinjektoren tauschen (€€€) dafür das es dann doch einen Ventilsitz weggebrannt hat o.ä.
Es lief ja bisher trotzdem immer zufriedenstellend und die beiden Dinge lagen eher auf der langen Bank….

Noch wichtig zu wissen – Zündaussetzer sind nur bei Leerlauf zu bemerken und werden auch nur im Leerlauf von VCDS aufgezeichnet. Während der Fahrt ist alles stets bei Null. Auch hat der Wagen in niedrigen Drehzahlen Drehmoment und spricht gut aufs Gas an…

Bitte gebt mir ein paar Tips wie ich systematisch zum Erfolg komme. Die Reparaturleitfäden von VW haben leider ein kleines Problem, wenn ich einen Leitfaden für Motronic und Einspritzanlage suche bekomme ich den Leitfaden für AWM, AUG und ATW (Mexico) zum Download angeboten, der leider kein AWT ist und sich auch hier und da von Ihm unterscheidet, so wie der AUG und AWM auch.
Der Audi Leitfaden zum AWT ist im Vergleich aber ziemlich dünn und bietet schlechtere Hilfestellung als das sehr ausführliche VW- Dokument.
Also, ich habe Beide natürlich trotzdem beim Erwin (nein, man braucht dazu keine Kreditkarte, siehe Fehlerdatenbank) gekauft icon_biggrin.gif

Langsam glaube ich an einen Ventilsitzschaden… Zum Glück hat die befreundete Werkstatt ein Endoskop. icon_wink.gif

Inzwischen hat die Kiste 375tkm gelaufen.

Gruß

Martin
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Beitrag08-03-2020, 23:45    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn die Zündaussetzer immer beim gleichen Zylinder sind, würde ich mal 2 Zündspulen vertauschen und schauen, ob die Aussetzer mit wandern.

Viele Grüsse, Rainer
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Beitrag08-03-2020, 23:48    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo Rainer!

Spulen von Zylinder 1 und 2 haben ich gegeneinander getauscht und den Motor etwas im Leerlauf laufen lassen.

Der Fehler wanderte nicht mit. Er blieb auf Zylinder 1, mit der Spule von Zylinder 2.

Gruß

Martin
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Beitrag10-03-2020, 20:33    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo

Schlecht, beleibt noch die Zündkerze, Einspritzdüse und mechanische Schäden des betreffenden Zylinders.

Poste doch mal additive und multiplikative Anpassungsfaktoren fürs Gemisch:
https://community.dieselschrauber.org/viewtopic.php?t=21836

Zündkerze schon vertauscht? Wie sehen die Kerzengesichter aus?

Viele Grüsse, Rainer
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Beitrag10-03-2020, 21:15    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo Rainer,

vielen Dank für deine Antwort. Im, zugegeben icon_biggrin.gif , sehr langen Eingangsposting schrieb' ich das Kerzen und Spulen gegeneinander getauscht worden sind. Das habe ich gleich als Erstes probiert.

Der Fehler wandert nicht mit.

Alle Kerzen sehen sehr gut aus, sprichwörtlich rehbraun und man kann nicht ausmachen das an Zylinder 1 etwas nicht stimmt.

Immerhin habe ich mir inzwischen angelesen wie die Zündaussetzererkennung funktioniert und weshalb ich keine aufgezeichneten Probleme während der Fahrt habe. Leuchtet ein, die Aussetzer sind zu gering um die KW-Drehzahl die Hälfte einer viertel Umdrehung nennenswert abzubremsen. Das ist eher was im Leerlauf.

Die Gemischadaption ist durch mehrmaliges Fehlerlöschen bei 0,0%, sowohl additiv als auch multiplikativ.
Ich habe gelesen das die Anpassung auch nicht stattfindet solang Fehler im Speicher sind. Allerdings nicht im Reparaturleitfaden, sondern irgendwo im Netz.

Thema Einspritzventil...

Der Fehler tritt auf Gas wie auch auf Benzin auf. Wird nicht besser oder schlechter, mit keinem der beiden Kraftstoffe kann ich eine Änderung der Laufkultur feststellen. Die Einspritzzeiten auf Benzin und Gas sind schlüssig. Benzin im LL 1,81 ms und Gas dann 2,07 ms (Werte pi mal Daumen aus der Erinnerung, für die Gaszeiten habe ich eine extra- Software für die Anlage)
Halte ich jetzt auch für einen unwahrscheinlichen Fehler

Ich werde diese Woche mal mit dem Endoskop in den Brennraum schauen.

Wenn es hier irgendwann eine Auflösung gibt, poste ich Sie gern.

Gruß

Martin
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Beitrag10-03-2020, 22:10    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Ok, da bin ich gespannt icon_smile.gif
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Beitrag16-03-2020, 9:46    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

würde auch mal eine Druckverlustprüfung machen
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dleds



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Beitrag18-03-2020, 17:11    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Bist du dir sicher das der auf Gas Startet? Eigentlich darf das nicht sein, da im Fehlerfalle(startet nicht) sich sonst Gas im Motorraum verteilen könnte. Normal wird auch wenn Gas eingestellt ist immer erst ~10Sec. auf Benzin gelaufen und dann umgestellt, einfach aus Sicherheitsgründen.

Ich hatte ziemlich genau dieses Problem mal bei einem Passat V6, da lag es an der Pumpe(startet schlecht) und am Temperaturfühler(wenig Vmax). Laufleistung war ähnlich Hoch >300TKM, aber nur auf Benzin. Es war kein Fehler gesetzt, es wurde nur ca 25c° zu viel angezeigt.


Die Zündaussetzer im Leerlauf bei Gas und Benzin bei warmen Motor und ausgeschlossenen Zündspulen/Kerzen lassen auf ein Kompressionsproblem schließen.



Deine volllast Orgie mit der Theorie das die Lambdasonde schon sicherstellen wird das nix wegbrennt hat einen Haken:
Nur 25% der Abgase kommen von jeden Zylinder. Wenn die Gesamtbenzinmenge die verbrannt werden soll 100% ist und du nur 5% Mindermenge zulassen willst (wird in der Praxis eher mehr sein) müßte schon der eine Zylinder von 25% auf 20% runtergehen, das sind auf den einen Zylinder gerechnet 20% abweichung...

In Lambda gerechnet ist Vollast ~0,75-0,8 beim Turbomotor aus der Zeit. Besagter Zylinder läuft dann schon bei knapp Lambda 1. Wenn sonst alles ok ist würde der damit laufen und keine Fehlzündungen haben, aber die Klopfreglung würde diesen Zylinder ggf. schon ein paar Grad zurück nehmen und die Abgastemperaturen nehmen auf dem Zylinder schwindelerregende höhen an unter Vollast...



Das mit dem Schlecht starten wenn man länger auf Gas rummacht liegt daran das die Anlage eben (entgegen dem was der Prüfer behauptet hat) nicht gut eingestellt ist oder mit dem Motormanagement überfordert ist.

Turbobenziner haben immer recht große Düsen, da große Zylinderleistung. Unter Vollast wird stärker angefettet (als ein Sauger)

Daraus ergibt sich eine relativ große Spreizung zwischen Leerlauf und Vollast mit Entsprechend kurzen Taktzeiten im Leerlauf.

An sich nicht weiter schlimm aber im Leelauf ergibt sich daraus eine Einspritzmindermenge (gramm Kraftstoff Vs ms Taktung) die von der Gasanlage raus und wieder rein gerechnet werden muß.
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Beitrag22-03-2020, 13:30    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

dleds hat folgendes geschrieben:
Bist du dir sicher das der auf Gas Startet? Eigentlich darf das nicht sein, da im Fehlerfalle(startet nicht) sich sonst Gas im Motorraum verteilen könnte. Normal wird auch wenn Gas eingestellt ist immer erst ~10Sec. auf Benzin gelaufen und dann umgestellt, einfach aus Sicherheitsgründen.


Nee, der Wagen startet natürlich auf Benzin. Nach ca. 10 Sekunden schaltet er dann auf Gas um.

dleds hat folgendes geschrieben:

Ich hatte ziemlich genau dieses Problem mal bei einem Passat V6, da lag es an der Pumpe(startet schlecht) und am Temperaturfühler(wenig Vmax). Laufleistung war ähnlich Hoch >300TKM, aber nur auf Benzin. Es war kein Fehler gesetzt, es wurde nur ca 25c° zu viel angezeigt.


Doppeltemperaturgeber auf Verdacht vor einiger Zeit mal getauscht, wegen des Kaltstartproblems. Zeigt auch schlüssige Werte an, gebracht hat es nix.
Ich bleibe beim Startverhalten bei meiner Theorie des undichten Gasinjektors. icon_wink.gif

dleds hat folgendes geschrieben:

Die Zündaussetzer im Leerlauf bei Gas und Benzin bei warmen Motor und ausgeschlossenen Zündspulen/Kerzen lassen auf ein Kompressionsproblem schließen.


Jetzt kommt's. Ich bin vor zwei Wochen ca. zu meiner befreundeten Werkstatt gefahren um mal mit dem Endoskop in den Kopf und in den Kat zu schauen.
Wir wollten den Wagen etwas abkühlen lassen und haben uns verquatscht. Also auch nix nachgesehen icon_lol.gif
Heim gefahren. Auto hingestellt - absolut ruhigen Leerlauf bemerkt. Junge!
Laptop raus, VCDS ran > Zündaussetzer 0.
Prima. Das kommt auch immer mal wieder vor, dass der LL von sehr schlecht (richtig rumpelnd - MKL blinkt) über leicht rumpelnd bis super ist.
Ein Problem an Vetilsitzen etc. besteht doch immer und wird nicht zwischendurch mal wieder besser. Auch wenn sich die Ventile im Sitz drehen...


dleds hat folgendes geschrieben:

Deine volllast Orgie mit der Theorie das die Lambdasonde schon sicherstellen wird das nix wegbrennt hat einen Haken:
Nur 25% der Abgase kommen von jeden Zylinder. Wenn die Gesamtbenzinmenge die verbrannt werden soll 100% ist und du nur 5% Mindermenge zulassen willst (wird in der Praxis eher mehr sein) müßte schon der eine Zylinder von 25% auf 20% runtergehen, das sind auf den einen Zylinder gerechnet 20% abweichung...

In Lambda gerechnet ist Vollast ~0,75-0,8 beim Turbomotor aus der Zeit. Besagter Zylinder läuft dann schon bei knapp Lambda 1. Wenn sonst alles ok ist würde der damit laufen und keine Fehlzündungen haben, aber die Klopfreglung würde diesen Zylinder ggf. schon ein paar Grad zurück nehmen und die Abgastemperaturen nehmen auf dem Zylinder schwindelerregende höhen an unter Vollast...


Da hast Du Recht! Darüber habe ich dann auch nochmal nachgedacht.

dleds hat folgendes geschrieben:

Das mit dem Schlecht starten wenn man länger auf Gas rummacht liegt daran das die Anlage eben (entgegen dem was der Prüfer behauptet hat) nicht gut eingestellt ist oder mit dem Motormanagement überfordert ist.


Es ist eine Vialle LPi man kann dort quasi nichts einstellen. Wie eine Bosch Motronic, kommt die Einspritzanlage "fertig" für den Motor konfiguriert. Draufbauen, anschließen, TÜV, fertg. In seltenen Fällen, vermutlich bei großen Abweichungen zur Serie druch Streuung o.ä., muss das Steuergerät nochmal von Vialle geflasht werden, nachdem ein Vialle- Händler mit der entsprechenden Diagnosesoftware (LPi Diagnostic Tool Level 2 oder 3) einen Log gemacht hat.

dleds hat folgendes geschrieben:

Turbobenziner haben immer recht große Düsen, da große Zylinderleistung. Unter Vollast wird stärker angefettet (als ein Sauger)

Daraus ergibt sich eine relativ große Spreizung zwischen Leerlauf und Vollast mit Entsprechend kurzen Taktzeiten im Leerlauf.


Gehe ich mit, in meinem Wagen sind die größen Düsen verbaut die von Vialle verfügbar sind, ich zog die gleichen Schlüsse daraus wie Du.

dleds hat folgendes geschrieben:

An sich nicht weiter schlimm aber im Leelauf ergibt sich daraus eine Einspritzmindermenge (gramm Kraftstoff Vs ms Taktung) die von der Gasanlage raus und wieder rein gerechnet werden muß.


Das macht Sie m.E. auch, aber "leider" in der gegensätzlichen Richtung. Die Taktzeiten der ESV sind auf Gas ca. 0,3ms länger als die der Benzin-ESV.
Ich halte das erstmal für in Ordnung, denn die Einspritzzeiten lagen auch vor den ganzen Problemen in diesem Rahmen.

Dafür habe ich ein paar neue Infos. Inzwischen setzt der Wagen Werte für die multiplikative Gemischadaption, er ist lt. dieser aber stets zu fett.
von -9,3 - -12,5 ist da alles dabei. Leider immer nur im Leerlauf gemessen.

Lambdasoll und Lambdaist kommt auch gut hin. Soll = 1 - Ist = 0,965 - 1,03 schwankend (is klar).

Heizung funktioniert (pendelt zwischen an und aus, nachdem die vordere Sonde geheizt hat heizt die hintere und so immer im Wechsel)

Ich will heute mal noch die Versorgungsspannung vom Fahrzeug kommend messen.

Etwas eigenartig finde ich das die Lambdaregelung ab und zu auf "aus" steht. Aber leider nicht bei Vollgas sondern im Leerlauf.

Scheinbar muss ich noch etwas zur Schule gehen.

Das kommt davon, wenn man von Motronic 1.3 und VEP- Dieseln auf so ne neumodische Kiste umsteigt icon_wink.gif icon_biggrin.gif

Vielen Dank für eure Hinweise bisher!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagen könnt mit welchen Einzelmesswerten ich mal einen Log erstellen soll.
Die Autobahnen sind so schön leer.

Habe vor kurzem einen gemacht, aber viel zu wenig Werte. Ladedruck, Lambda und Luftmasse. Letztere schien mir etwas hoch. Gut 155g/Sek bei U/max.

Bekomme am Montag einen Druckminderer und werde dann das Ladeluftsystem mal abdrücken. Zum Thema Leistungsverlust und ständigem zu fett Laufen kann ich mir noch gut vorstellen das es irgendwo ein Leck gibt.

Gruß

Martin
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Beitrag21-05-2020, 11:40    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Hallo liebes Dieselschrauber- Forum!

In der Zwischenzeit ist noch einiges passiert...

Vorweg - Auto fährt noch. Scheint ein zäher Geselle zu sein.

Habe eine schöne Logfahrt gemacht und die meinem Chiptuner gegeben, der aber nur Diesel macht icon_wink.gif
Log sieht nicht so schlecht aus, es fällt nur auf dass der Ladedruck relativ spät aufgebaut wird (erst ab ca 2100 U/min) obwohl das N75 schon seit 1500 U/min auf 100% steht.
Ladedruck bleibt allerdings bis obenraus gut stehen.
Doof dabei, die gemessene Luftmasse ist am Ende des Drehzahlbands zu hoch mit 160g/sek.

Ladeluftsystem habe ich abgedrückt, alles dicht. LLK gereinigt, Schläuche gereinigt, Schellen nachgezogen.
Alles schön. Keine Änderung.

Motorsteuergerät habe ich getauscht, keine Änderung.

Motorkabelbaum zur Lambdasonde durchgemessen, einwandfrei. Alles Durchgang. Einen Pin konnte ich nicht messen, der führt zu einem Knotenpunkt irgendwo im MKB, ist eine Masseleitung.

Masseleitungen am Motor (Spritzwand, Motorhalter) habe ich geprüft und gesäubert. Alles schön. Keine Änderung.

An der Sekundärluftpumpe war ein Schlauch gerissen, den habe ich mit Dichtring ersetzt. Jetzt ist alles wieder leise.

und nun kommts...

Es war Zeit für neue Sommerreifen und ich liess den Wagen am Abend bei der befreundeten Werkstatt stehen. Am nächsten Tag sollte es neue Schuhe geben und da die Kiste dann einmal kalt ist, bat ich darum mal mit dem Endoskop in den ersten Zylinder zu schauen und in den Katalysator.


Am Zylinder 1 ist von einem Einlassventil im Sitzbereich ein Stück ausgebrochen.
Weiterhin sind die Sitze (Gasauto halt...) alle ziemlich eingedroschen.

Na prima. icon_smile_thumb_up.gif

Verstehe nicht, weshalb das Ventil nicht abbrennt. Vielleicht liegt es daran das die fehlende Fläche auf die gesamte Sitzringfläche trotzdem so klein ist... (drei Einlassventile...)

Nun gut, jetzt heißt es überlegen was zu tun ist. Ich habe das Auto über Jahre immer sehr gut und teuer in Schuss gehalten, die 380tkm sieht man Ihm überhaupt nicht an. Andererseits ist es halt ne alte Kiste. Aber die Entscheidung könnt Ihr mir nicht abnehmen.

Vielen Dank für euren Support! Es wird sicher nicht die letzte Chance dafür gewesen sein. icon_biggrin.gif

Die Logfahrt hänge ich später mal noch an, habe Sie gerade nicht hier. Vielleicht kann sich noch jemand was draus nehmen.

Wollte das Thema nur erstmal abschliessen. Auflösungen sind doch immer am schönsten

Gruß & schönen Vatertag

Martin
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Beitrag22-05-2020, 9:58    Titel: 3BG AWT Zündaussetzer, wenig Leistung, Fehler Lambdasonde Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Rückmeldung! icon_smile_thumb_up.gif
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