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Lackieren oder Pulverbeschichten, welches ist für den jeweiligen Anwendungszweck das Richtige?
Diese Frage stellte sich für mich, als ein Motorradrahmen aus Stahlblech repariert wurde. Eigentlich hätte ich ihn lackiert, doch ein Nachbar wies mich auf einen Betrieb für Pulverbeschichtung in der Nähe hin. Glücklicherweise, denn Pulverbeschichtung war mir bisher nur als plastikartige Überzugsschicht für günstige Metallwaren bekannt, dies trifft aber schon lange nicht mehr zu.
Von der Optik her muss ich sagen, dass ich es im Nachhinein nicht unterscheiden hätte können, ob meine Teile lackiert oder pulverbeschichtet wurden. Die Optik der pulverbeschichteten Teile ist 1a. Unterschiedliche Glanzgrade sind möglich (matt, seidenglanz, hochglanz etc.), die Beschichtung ist sehr widerstandsfähig. Pulverbeschichtung bietet sich vor allem für hochbelastete Teile an, z.B. Alufelgen, Stahlfelgen oder Fahrwerksteile aus Stahlblech.
Leider lassen sich nicht alle Teile pulverbeschichten, da die Beschichtung bei ca. 140°C - 200°C eingebrannt wird: Der Artikel muss also zwingend ausreichend hitzefest sein, jegliche Plastikteile fallen somit aus. Folgend die Vor- und Nachteile der beiden Verfahren.
Lackierung
Vorteile Lackieren:
- Auch Plastikteile oder allgemein nicht hitzebeständige Teile können lackiert werden.
- Elektrische Leitfähigkeit spielt für das Lackieren keine Rolle.
- Alle Farben möglich (Mischungen), Airbrush-Motive etc.
- "Spachtelmasse" an Karrosserieteilen ist kein Problem.
Nachteile Lackieren:
- Dicke Lackschichten platzen leicht ab, spezielle schlagzähe Lacke soll es aber auch geben.
- Nach der Lackierung muss der Lack trocknen bzw. aushärten (u.U. Tage).
Pulverbeschichtung
Vorteile Pulverbeschichtung:
- Pulverbeschichtung haftet sehr gut auf Metalloberfläche.
- Beschichtung ist relativ unempfindlich gegen Abplatzen (Steinschlag o.ä.).
- Nach dem Einbrennen der Beschichtung kann das jeweilige Teil sofort verwendet werden (keine Trockenzeit o.ä. notwendig).
Nachteile Pulverbeschichtung:
- Alles was sich bei höheren Temperaturen verformt oder schmilzt geht nicht.
- Der zu beschichtende Artikel muss elektrisch leitfähig sein.
- Nur die Farben sind ohne Klimmzüge möglich, wofür ein Pulver vorhanden ist (meist RAL Farbtöne). Mischfarben gehen schwierig, Farbverläufe eher nicht.
- "Spachtelmasse" ist ein Problem: Aufwendige Alternativen wie verzinnen sind notwendig.