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Entwurf: Elektronische Korrektur für alternde LMM (Fachartikel)

 
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Entwurf: Elektronische Korrektur für alternde LMM
ulf Beitrag20-09-2003, 14:03  
Hallo zusammen,

anhand der Kennlinien für die Bosch-LMM kann man sehen, daß im oberen Meßbereich mehr Durchsatz eine relativ geringe Steigerung der LMM-Meßspannung bewirkt.
Umgekehrt heißt das, daß ein geringer Rückgang der LMM-Meßspannung (durch Alterung des LMM) für das MSG zuerst im oberen Meßbereich wie ein erheblicher Verlust an Luftdurchsatz aussieht, was wiederum eine starke Reduzierung der Einspritzmenge und damit einen entsprechenden Leistungsverlust bewirkt.

Als ungefähre Korrektur könnte es schon ausreichen, die LMM-Ausgangsspannung im gesamten Meßbereich um einen kostanten Betrag anzuheben. Dazu reicht wiederum eine relativ simple Schaltung aus, die ich im Entwurf hier mal anhänge (= Emitterfolger in Richtung höhere Spannung).
Damit sollten sich Leistungsverluste durch alternde LMM ausgleichen lassen, so daß der LMM länger betrieben werden kann. Der Trimmer ermöglicht es, den Spannungsgewinn von 0 bis ca. 0,6 Volt einzustellen.

0,6 Volt Gewinn an Meßspannung entsprechen im Bereich der Pmax einem gemessenen Luftmassen(rück)gewinn von etwa 400 mg / Hub, im Leerlauf von etwa 300 mg/ Hub.
Letzteres könnte wiederum zu einer überhöhten AGR-Rate führen, so daß man den Trimmer nur so weit hochdrehen sollte, daß die volle Leistung bzw. der Luftmassensollwert im Pmax-Bereich (VAGCOM-Messung) gerade erreicht wird. Zusätzlich kann man die Adaptionsmöglichkeit im AGR-Kanal in Richtung maximale Luftmasse ausnutzen.

Die anzuzapfenden Kabel (Pins am LMM-Stecker) sind
+ 5 Volt: beim Bosch-LMM = 4, beim Pierburg-LMM = 1
Sensormasse: beim Bosch-LMM = 3, beim Pierburg-LMM = 2
LMM-Meßwert / Ausgang: beim Bosch-LMM = 5, beim Pierburg-LMM = 6

Zum Wert von R2:
Mit 4,7 kOhm beginnend einen entsprechenden Widerstand am LMM-Stecker zwischen +5Volt und der Meßwertklemme einstecken. Bei eingeschalteter Zündung sollte an dem Widerstand eine Spannung von etwa 0,7 Volt zu messen sein. Bei höherer Spannung den Widerstandswert verringern, bei niedrigerer Spannung den Wert erhöhen, bis die 0,7 Volt möglichst genau erreicht sind. Diesen Wert als R2 einbauen; 2,2 kOhm sollten möglichst nicht unterschritten werden.

Die Schaltung wurde noch nicht in der Praxis erprobt, weil die LMM in unseren TDIs noch OK sind und ich noch keinen Versuchspiloten engagieren konnte, dessen LMM kaputt genug ist.

Für evtl. Schäden beim Einsatz der Schaltung kann ich natürlich keine Haftung übernehmen!

Falls ein LMM-Geschädigter dennoch bereit ist, die Schaltung in der Praxis zu erproben, wären neben grundsätzlichen Erfahrungen auch die entsprechenden VAGCOM-Luftmassenwerte ohne und mit der Zusatzschaltung interessant (möglichst bei Leerlauf ohne AGR und bei Volllast um 4000 rpm).



LMM Komp 1.jpg
 Beschreibung:
 Entwurf: Elektronische Korrektur für alternde LMM
 Dateigröße:  36,97 KB
 Angeschaut:  53287 mal

LMM Komp 1.jpg

Gruß Ulf
_________

Polo 6R CDLJ / PNU


Zuletzt bearbeitet am 10-08-2007, 8:41, insgesamt 1-mal bearbeitet.
dieselmartin Beitrag20-09-2003, 14:29  
Hi ulf

wenn mein INterface endlich mal ankommen wuerde, koennte ich messen und evtl. auch deine Schaltung versuchen.

Aber da ich nicht weiss, ob mein LMM "alt" ist, weiss ich auch nicht, ob ich als Versuch-Kaninchen tauge.

Wo ausm Saarland bist du denn ??? Ich hocke in KL und fahr abundzu in die Eifel (also durchs Saarland)

m;
ulf Beitrag20-09-2003, 14:38  
dieselmartin hat folgendes geschrieben:
Aber da ich nicht weiss, ob mein LMM "alt" ist, weiss ich auch nicht, ob ich als Versuch-Kaninchen tauge.

Hi

solange ein Wagen nicht vom LMM her auffällig lahmt (Vmax bzw. DZR-Zeit mies), braucht man die Schaltung eh nicht.

Ich wohne in Kleinblittersdorf , direkt neben Saargemünd (F).
Gruß Ulf
_________

Polo 6R CDLJ / PNU
mcgregg Beitrag20-09-2003, 18:20  
Hallo Ulf!

Mal wieder genial! icon_biggrin.gif

Nur leider hat nicht jeder VAGCOM. Ich habe heute, aufgrund Deines Artikels heute mal den Test mit der Diode gemacht. Und siehe da, der Fehler beim Beschleunigen tritt nicht mehr auf. Also eindeutig der LMM.

Nun bin ich an Deiner Schaltung natürlich sehr interessiert. Nur habe ich "zufällig" kein VAGCOM. Ich denke aber, ich kann mich dem richtigen Einstellwert auf andere Art nähern. Beim vollen Beschleunigen im 5. Gang hatte ich bei funktionierendem LMM ab ca. 2000 U/min, also vollem Drehmoment, auf der MFA einen Momentanverbrauch von 13,7 l/100km. Der gleiche Wert hat sich auch wieder bei der Diode eingestellt. Bei meinem defekten LMM schwnkt dieser Wert zwischen ca. 10,7 und 13,2 l/100 km. Demnach müßte ich bei der Ausgleichsschaltung den Wert so einstellen, daß ich 13,7 l/100km gerade wieder erreiche.

Stimmst Du mir da zu?

mcgregg
Dan.jel Beitrag20-09-2003, 19:05  
Bei Interesse kann ich Dir einen defekten Bosch-LMM aus nem AJM Pumpe Düse zuschicken!
Dann kannste ausgiebig testen! icon_smile.gif
Liegt bei mir sowieso nur rum...

Liebe Grüße,
Dan.jel
ulf Beitrag21-09-2003, 10:37  
mcgregg hat folgendes geschrieben:
Beim vollen Beschleunigen im 5. Gang hatte ich bei funktionierendem LMM ab ca. 2000 U/min, also vollem Drehmoment, auf der MFA einen Momentanverbrauch von 13,7 l/100km. Der gleiche Wert hat sich auch wieder bei der Diode eingestellt. Bei meinem defekten LMM schwnkt dieser Wert zwischen ca. 10,7 und 13,2 l/100 km. Demnach müßte ich bei der Ausgleichsschaltung den Wert so einstellen, daß ich 13,7 l/100km gerade wieder erreiche.
Stimmst Du mir da zu?

Hi

in der Theorie müßte das IMO funzen.
Die Praxis bleibt dann Dir überlassen . . . aber erzähl uns bitte, wie es ausgegangen ist.
Gruß Ulf
_________

Polo 6R CDLJ / PNU
ulf Beitrag21-09-2003, 10:45  
Lieber Leser, Du hast keine ausreichenden Rechte um weiter zu lesen, bitte melde Dich an.
Gruß Ulf
_________

Polo 6R CDLJ / PNU
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